Konzept und Vorteile
Eine 3D-Rückwand wird passgenau für die Rückscheibe gebaut und später eingeklebt oder eingeklemmt.
Vorteile:
- versteckt Technik wie Filterauslauf und Heizer
- gibt optische Tiefe
- bietet Versteckmöglichkeiten und Aufwuchsflächen
- extrem leicht trotz Stein-Optik
Nachteil:
- die Wand reduziert das Wasservolumen leicht
- der Bau dauert mit Trocknungszeiten ein bis zwei Wochen
Plane das Projekt also, bevor du das Becken einrichtest.
Materialliste mit Mengen
Für ein Becken von etwa 100 x 50 cm Rückwand brauchst du:
- Styroporplatten XPS, etwa 3 bis 5 cm dick, rund 15 Euro
- grauen Zement oder Fugenmörtel, etwa 5 kg, rund 8 Euro
- Abtönfarbe oder Eisenoxid-Pigment in Schwarz und Braun, rund 10 Euro
- Aquariensilikon, essigfrei, 2 Kartuschen, rund 16 Euro
- Cuttermesser, Lötkolben oder Heißluftföhn zum Formen
- Pinsel und Spachtel
- Einweghandschuhe und Maske
Gesamtkosten: rund 50 bis 70 Euro. Verwende ausschließlich essigfreies (neutralvernetzendes) Aquariensilikon, essighaltiges schadet Tieren.
Form schneiden und modellieren
Zuerst entsteht der Styropor-Rohling.
- Styroporplatten auf die Maße der Rückscheibe zuschneiden.
- Mehrere Lagen übereinander kleben, um Tiefe und Felsstruktur zu schaffen.
- Mit Cuttermesser grobe Felsformen herausschneiden.
- Mit Lötkolben oder Heißluft feine Strukturen, Risse und Vorsprünge formen, im Freien oder gut belüftet wegen der Dämpfe.
- Höhlen und Durchlässe für Technik einplanen.
- Kanten leicht runden, das wirkt natürlicher.
Arbeite asymmetrisch und vermeide gleichmäßige Muster, echte Felswände sind unregelmäßig.
Zementieren
Der Zement gibt Stabilität und Stein-Optik.
- Zement mit Wasser zu einer streichfähigen Masse anrühren.
- Erste dünne Schicht mit dem Pinsel auftragen, sie muss in alle Poren des Styropors greifen.
- Vollständig trocknen lassen, etwa einen Tag.
- Zweite und dritte Schicht dicker auftragen, dabei mit Pigmenten verschiedene Grautöne und Braunschattierungen einarbeiten.
- Strukturen betonen, Vertiefungen dunkler, Vorsprünge heller absetzen.
- Jede Schicht durchtrocknen lassen.
Mindestens drei Schichten geben eine robuste, dichte Oberfläche.
Wässern und neutralisieren
Frischer Zement hebt den pH stark an. Das musst du auswaschen.
- Fertige Wand in eine Wanne mit Wasser legen.
- Wasser täglich wechseln und den pH messen.
- So lange wässern, bis der pH stabil im neutralen Bereich bleibt, oft ein bis zwei Wochen.
- Beschleunigen kannst du mit einem Schuss Essig im Wasser, der Karbonate bindet, danach gut nachspülen.
- Erst wenn der pH nicht mehr ansteigt, ist die Wand fischsicher.
Überspringst du diesen Schritt, killt der Kalkeintrag empfindliche Tiere und Pflanzen.
Einbau ins Becken
Zum Schluss kommt die Wand ins leere, trockene Becken.
- Rückscheibe und Wandrückseite gründlich reinigen und trocknen.
- Aquariensilikon großzügig auf die Rückseite der Wand auftragen.
- Wand andrücken und mit Klebeband oder Stützen über Nacht fixieren.
- Silikon mindestens 24 bis 48 Stunden aushärten lassen.
- Technik durch die vorbereiteten Durchlässe verlegen.
- Becken langsam befüllen.
Alternativ kannst du die Wand nur einklemmen statt kleben, dann bleibt sie für spätere Umbauten herausnehmbar.
Begrünen und pflegen
Die raue Zementoberfläche nimmt Aufsitzer gut an.
Empfehlungen:
- Moos und Anubias mit Silikonpunkten oder Faden befestigen
- Bucephalandra in Spalten klemmen
- mit der Zeit überzieht Biofilm die Wand und macht sie noch natürlicher
Pflege:
- Algen mit Garnelen abgrasen lassen
- bei Bedarf Mulm aus den Höhlen absaugen
- abplatzende Zementstellen sofort nachbessern
Richtig gebaut hält die Rückwand viele Jahre und wird durch den Bewuchs mit der Zeit nur schöner.