Das typische Mangelbild
Stickstoffmangel zeigt sich so:
- alte, untere Blätter werden blassgrün bis gelb
- die Vergilbung beginnt unten und wandert nach oben
- junge Triebe bleiben länger grün
- in schweren Fällen lösen sich alte Blätter auf
Die Verlagerung von alt nach jung ist das Schlüsselmerkmal. Bei Eisenmangel sind dagegen die jungen Blätter betroffen.
Nitrat richtig messen
So prüfst du Stickstoff:
- Nitrat (NO3) per Tröpfchentest messen, Streifen sind ungenau
- bei 0 mg/l besteht akuter Mangel
- Zielbereich im Pflanzenbecken: 10 bis 25 mg/l
- morgens vor dem Düngen messen
Ein NO3 von 0 bei gleichzeitig vergilbenden alten Blättern ist ein klares Signal.
Gezielt nachdüngen
Stickstoff zuführen:
- NPK- oder Makro-Dünger verwenden
- nach Anleitung dosieren, dann nach 24 h erneut messen
- in Schritten an den Zielbereich herantasten
- bei stark zehrenden Becken Tagesdosis aufteilen
Nicht blind hochdosieren. Miss, dünge, miss erneut.
Warum Mangel oft entsteht
Häufige Ursachen:
- viele schnellwachsende Pflanzen zehren stark
- wenig Besatz, also wenig natürlicher Nitrateintrag
- große Wasserwechsel ohne Nachdüngen
- nährstoffarmer Bodengrund nach langer Standzeit
In dicht bepflanzten Becken mit wenig Fisch ist Stickstoffmangel besonders häufig.
Abgrenzung zu anderen Mängeln
Damit du nicht falsch düngst:
- alte Blätter gelb = Stickstoff (oder Kalium, dann eher Lochfraß/Ränder)
- junge Blätter hell = Eisen/Mikronährstoffe
- Löcher in alten Blättern = oft Kalium
- marmoriert = Magnesium
Schau immer, ob alte oder junge Blätter betroffen sind. Das grenzt den Mangel ein.
Algen vermeiden beim Nachdüngen
Stickstoff füttert auch Algen, wenn du übertreibst:
- nur so viel düngen, dass NO3 im Zielbereich bleibt
- nicht auf einmal stark anheben
- Licht und CO2 müssen zur Düngung passen
- bei Überdosis Wasserwechsel
Ein ausgewogenes Verhältnis aus Licht, CO2 und Nährstoffen hält Pflanzen vorn und Algen hinten.