Bermen als Grundgerüst
Eine Berme ist die hochgezogene Trennwand zwischen Wasser- und Landzone. Sie trägt das gesamte Substrat der Landzone — wenn sie versagt, ist das Becken hin.
Standard-Aufbau von unten nach oben:
- 5-8 cm Drainage (Blähton, Seramis, Lava-Bruch)
- Fliegengitter aus Edelstahl oder Aquarien-Gitterstoff als Trennschicht
- Hauptsubstrat (Kokosfaser-Sphagnum-Mix oder Lechuza Pon für Orchideen)
Die Berme selbst entsteht aus großen Steinen oder Lavasteinen, die wie eine Trockenmauer geschichtet werden. Zwischenräume verfugen ist NICHT nötig — sie sind sogar erwünscht (Mikrofauna).
Stein-Stufen für die Sichtachse
Wenn du Schichten im Übergang willst, baust du Stufen. Bewährte Materialien:
- Seiryu Stone (klassisch, scharfkantig, erhöht KH leicht) — gut für Iwagumi-Anmutung
- Drachenstein/Ohko (porös, wirkt nass dunkel) — sehr gut für moosige Übergänge
- Lavastein (leicht, porös, neutral) — perfekt als Berme, optisch zurückhaltend
- Schiefer/Ardennenstein (plattig) — exzellent für Stufen
Nicht stapeln ohne Sicherung. Jede Stufe wird mit Aquarien-Silikon oder besser noch Hot Glue (Heißkleber-Pistole, lebensmittelecht) verbunden. Bei Bermen über 30 cm Höhe arbeitest du mit Edelstahl-Gewindestangen als interner Verbindung.
Wurzeln als Brücken
Wurzeln spannen Wasser und Land sichtbar zusammen. Die Königsdisziplin im Paludarium.
- Mangrovenwurzel: dunkel, dicht, sinkt sofort — Klassiker für die Wasserzone, kann ins Land hochgezogen werden
- Sumatra-Wurzel: hell, verzweigt, leichter — ideal als „Brücke" über die Berme
- Moorkien: sehr lange, geschwungen — gut für hohe Becken
- Spider Wood/Azalea: filigran, leicht — fast immer für epiphytische Bepflanzung
Wurzeln immer mindestens zwei Wochen wässern, bevor sie ins Becken kommen. Was im Wasser bleibt, ist tanninstabil. Was aus dem Wasser ragt, neigt zu Schimmelbildung — siehe eigener Artikel zur Vorbeugung.
Stabilität prüfen
Vor dem Bepflanzen: lehn dich an die Berme. Wenn etwas wackelt, fängst du nochmal an. Das Substrat wird durch Bewässerung 30-40 % schwerer, Pflanzenwurzeln üben über Monate Druck aus.
Zwei Schwachstellen-Klassiker:
- Berme ist zu schmal oben — Pflanzen kippen nach hinten oder vorn
- Drainage fehlt — Substrat versumpft, kippt um, Wand rutscht ab
Lieber zweimal aufbauen und einmal gut, als nach acht Monaten Komplett-Sanierung.