Warum Mangrove und keine andere Wurzel
Mangrovenwurzeln (eigentlich Wurzeln der Rhizophora-Arten) sind extrem hart, kaum aufschwimmend und faulen im Wasser über Jahre nicht. Andere beliebte Wurzeln wie Moorkienholz oder Talawa-Wurzeln können das auch, sind aber meist weicher oder verfärben das Wasser stärker. Für Paludarien mit langer Standzeit ist Mangrove die sicherste Wahl, weil sie sich auch in der Übergangszone, also halb im Wasser, kaum verändert. Der Preis liegt höher als bei Standardwurzeln, der Aufwand bei der Vorbereitung ist aber geringer.
Auswahl im Handel
Im Handel werden Mangrovenwurzeln meist nach Größe und Form sortiert verkauft. Für ein 90er Paludarium passen Wurzeln mit 40 bis 60 Zentimetern Länge gut, weil sie sowohl ins Wasser ragen als auch über die Übergangszone hinausreichen. Wichtig beim Kauf: Die Wurzel sollte verzweigt sein, nicht nur ein gerader Stamm, weil verzweigte Strukturen mehr Bepflanzungsfläche bieten und natürlicher wirken. Vor dem Kauf am Stück abklopfen: hohle, leichte Wurzeln sind ausgetrocknet und brauchen aufwendiges Wässern, dichte Stücke sind sofort einsatzbereit.
Vorbereitung vor dem Einsatz
Frisch gekaufte Mangrovenwurzeln werden mit einer harten Bürste unter fließendem Wasser gereinigt, um Staub und lose Splitter zu entfernen. Anschließend für mindestens 48 Stunden, besser eine Woche, in einem Eimer mit Leitungswasser wässern, mit täglichem Wasserwechsel. Das reduziert die Gerbstoffabgabe im Becken erheblich. Wer die Wurzel nicht wässern will, muss mit gelblich gefärbtem Wasser rechnen, das sich erst nach mehreren Wasserwechseln auswäscht. Aktivkohle im Filter beschleunigt das.
Platzierung und Statik
Eine Mangrovenwurzel im Paludarium sollte mehrere Zonen überspannen, weil sie sonst nur Dekoration ist. Idealerweise ragt sie aus der Wasserzone in die Übergangszone und endet in der Trockenzone oben. So entsteht eine optische Brücke, an der Pflanzen wachsen können. Die Wurzel muss fest stehen, weil Pumpenströmung oder Nebler-Vibration sonst zu langsamem Verrutschen führen können. Im Wasserteil hilft eine Beschwerung mit Lavasplitt oder einem versteckten Stein, an der Übergangszone reicht meist das Substrat.
Bepflanzung der Wurzel
Eine Mangrovenwurzel ohne Bewuchs wirkt im Paludarium oft fremd. Anubias und Bucephalandra lassen sich mit Sekundenkleber direkt am Rhizom befestigen, Moose werden mit Mooszwirn aufgebunden. In der oberen Zone können Tillandsien oder kleine Epiphyten in den Verzweigungen sitzen. Wichtig ist, die Bepflanzung nicht zu dicht zu machen, sonst verschwindet die Wurzelstruktur selbst, die ja das Hauptmotiv sein soll.
Pflege über die Jahre
Mangrovenwurzeln verändern sich über die Jahre kaum, können aber an der Übergangszone Algen oder kleine Pilzbeläge entwickeln. Eine weiche Bürste entfernt das problemlos. Wer die Wurzel mit Moos bewachsen lässt, hat die Algen meist gar nicht erst, weil das Moos die Fläche besiedelt. Risse oder Splitter sind kein Problem, solange sie keine Bepflanzung gefährden. Eine Wurzel, die nach Jahren weich wird, gehört allerdings ersetzt, weil sie dann anfängt zu zersetzen und Trübstoffe abzugeben.