Welche Steine eignen sich
Die meisten klassischen Aquascape-Steine funktionieren auch im Terrarium, allerdings mit anderen Eigenschaften:
- Seiryu-Stein: kantig, schön, neigt im trockenen Becken zur Staubentwicklung beim Bohren oder Brechen.
- Drachenstein (Ohko): leicht und porös, sehr gut bepflanzbar, ideal für Aufsitzer.
- Lava: ohnehin terrarientauglich, gute Befestigungsbasis für Moose und Bromelien.
- Frodo- und Yamaya-Stein: optisch stark, im Trockenbecken etwas dunkler wirkend.
Im Aquarium ist der pH-Effekt der Steine relevant, im Terrarium spielt das praktisch keine Rolle mehr. Wichtig wird stattdessen das Gewicht und die Bruchsicherheit, da Tiere Felsen unterhöhlen können.
Wurzeln und Hölzer prüfen
Wurzeln und Hölzer aus dem Aquascape sind im Terrarium nicht automatisch geeignet. Probleme entstehen, wenn:
- die Wurzel jahrelang nass war und beim Trocknen reißt.
- Reste von Algen oder Biofilm im Holz sitzen.
- die Wurzel zu schwer für den geplanten Aufbau ist.
Gut verwertbar sind besonders Moorkienwurzeln und Spinnenholz, weniger geeignet sehr weiche Wurzeln, die im Aquarium über Jahre weichgespült wurden. Vor dem Einsatz im Terrarium werden die Stücke langsam getrocknet, anschließend mit einer Wurzelbürste gereinigt und auf Risse geprüft.
Reinigung und Sterilisation
Aquascape-Hardscape trägt im Terrarium oft unsichtbare Lasten: Algensporen, Schnecken-Eier, Aquarienkleber-Reste. Vor dem Einsatz hilft ein klarer Reinigungsablauf:
- Mechanische Reinigung: Bürste und klares Wasser, alte Klebereste abtragen.
- Hitzebehandlung: kleinere Stücke 30 bis 60 Minuten im Backofen bei 80 bis 100 Grad (nur bei trockenem Stein, nicht bei Plastik-Imitaten).
- Spülgang: gründlich nachspülen, vollständig trocknen lassen.
Chemische Reiniger sind nicht nötig und können später Pflanzen schaden. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt die gereinigten Steine eine Woche an der Luft auswittern, bevor sie ins neue Becken kommen.
Layout-Logik anpassen
Ein Aquascape-Layout funktioniert im Terrarium selten 1:1. Die Gründe:
- Sichtwinkel: Im Aquarium schaut man oft frontal, im Terrarium von der Seite und leicht von oben.
- Schwerkraft: ohne Wasser wirken Steine massiver, schwere Stücke dominieren stärker.
- Bepflanzung: Pflanzen wachsen aus den Steinen heraus, nicht zwischen ihnen.
Deshalb lohnt sich ein neuer Aufbau statt einer Umzugslogik. Die Hauptsteine werden gesetzt, das Terrarium von vorne, oben und seitlich kontrolliert, und erst dann Wurzeln und kleinere Akzente eingefügt. Klassische Aquascape-Regeln wie der goldene Schnitt funktionieren weiter, brauchen aber andere Verhältnisse.
Bepflanzung auf altem Hardscape
Alte Aquariumsteine sind oft hervorragende Pflanzträger. Ihre Oberfläche ist bereits leicht aufgeraut, biofilmtauglich und in den Spalten lassen sich Moose, Tillandsien und kleine Bromelien fixieren. Bewährt:
- Moose mit Pflanzfaden auf rauen Steinpartien.
- Tillandsien in trockenen Felsspalten ohne Substrat.
- Kleinwüchsige Bromelien in flachen Senken mit etwas Sphagnum als Polster.
Wurzeln werden zu Hängezonen für Microgramma, Pyrrosia oder kleine Orchideen. Wichtig ist, dass die Pflanzen nicht jede Linie der Hardscape kaschieren: Die Form des Steins oder der Wurzel sollte als Layout-Aussage erhalten bleiben.