Was Glutaraldehyd wirklich macht
Glutaraldehyd ist ein starkes Reduktionsmittel. Pflanzen können kleine Mengen davon tatsächlich als Kohlenstoffquelle nutzen, aber der Effekt ist begrenzt – etwa 5–10% einer echten CO2-Düngung. Der Hauptnutzen liegt anderswo: Glutaraldehyd schädigt Algenzellen stärker als Pflanzenzellen und wirkt damit als selektives Algenmittel.
Für welche Algen Easy Carbo hilft
Besonders effektiv gegen Pinselalgen (Schwarzbartalgen), Fadenalgen und Cyanobakterien (Blaualgen). Spot-Treatment funktioniert gut: per Spritze direkt auf den Algenrasen geben, Filter 30 Minuten ausschalten. Innerhalb von 2–3 Tagen verfärben sich die Algen rot/grau und sterben ab.
Dosierung und Häufigkeit
Hersteller empfiehlt 1 ml pro 50 Liter täglich. Bei akutem Algenbefall darfst du auf 2 ml pro 50 Liter gehen, aber maximal 7 Tage. Spot-Treatment: pures Easy Carbo, 1 ml pro betroffenem Punkt, Filter aus. Garnelen tolerieren niedrige Dosen meist – aber empfindliche Arten (Caridella) reagieren oft schlecht.
Welche Pflanzen Easy Carbo nicht vertragen
Vallisnerien sind extrem empfindlich – sie können sich innerhalb eines Tages auflösen. Auch viele Moose (besonders Vesicularia) reagieren mit Verlust der Blätter. Hornkraut und manche Cryptocorynen können einknicken. Bei der Erstanwendung immer mit halber Dosis starten.
Risiken und Grenzen
Glutaraldehyd ist kein dauerhafter CO2-Ersatz. Wer dauerhaft Easy Carbo statt einer echten CO2-Anlage nutzt, riskiert schwaches Pflanzenwachstum und chronische Algenprobleme. Außerdem belastet die Daueranwendung die biologische Filterung. Easy Carbo ist als Notfallmittel oder Übergangslösung gedacht – nicht als Strategie.
Wann Easy Carbo Sinn macht
Akute Algenprobleme bekämpfen, neue Becken-Phase überbrücken, bis CO2-Anlage läuft, oder Becken ohne CO2 mit leichtem Pflanzenwachstum unterstützen. Wer ein Hochleistungs-Aquascape will, kommt um echtes CO2 nicht herum. Wer es entspannt mag, kann Easy Carbo als sinnvolles Tool nutzen.