Was im Soil chemisch passiert
Soil besteht aus gebrannten Vulkanerd-Pellets mit hoher Ionenaustauschkapazität. Sobald er Wasser zieht, gibt er Ammonium (NH4) und Huminsäuren ab und nimmt Calcium-Ionen aus dem Wasser auf. Folge: KH sinkt auf 0–1, pH fällt auf 5,5–6,5, NH4 steigt zeitweise auf bis 5 mg/L.
Die Ammonium-Phase
In den ersten 2 Wochen leckt Soil viel Ammonium. Das ist eigentlich gut für Pflanzen (sofortiger Stickstoff), aber für Tiere giftig. Deshalb: keine Tiere in den ersten 3–4 Wochen einsetzen. Wasserwerte täglich messen, Wasserwechsel 50% pro Woche, manchmal sogar 2x pro Woche.
Pflanzenwachstum im neuen Soil
Frischer Soil pusht Pflanzen extrem – fast wie Düngerinjektion direkt an die Wurzeln. Stängelpflanzen wachsen explosiv. Bodendecker (HCC, Glossostigma) wachsen tendenziell langsamer, weil sie sich erst etablieren müssen. Die ersten 6 Wochen sind die Wachstumsphase – nutze sie für dichtes Bepflanzen.
pH-Stabilität ist trügerisch
Soil hält den pH künstlich niedrig, weil er KH absorbiert. Wenn du irgendwann mit aufgehärtetem Wasser oder Mineralsalzen die KH wieder hochfährst, kann der Soil das nicht ewig kompensieren. Nach 6–12 Monaten kommt der pH zurück – das ist normal. Manche aktiven Soils sind nach 1–2 Jahren erschöpft.
Düngung in der Mineralisierungs-Phase
In den ersten 2 Wochen brauchst du fast keine Düngung – Soil liefert genug. Ab Woche 3 startest du mit Mikronährstoffen (Tropica Premium oder Specialised, halbe Dosis). Erst ab Woche 6, wenn der Ammonium-Schub vorbei ist, fängst du mit voller Düngung an. Wer zu früh düngt, riskiert Algen.
Häufige Fehler in der Mineralisierungs-Phase
Tiere zu früh einsetzen → Ammonium-Vergiftung. Düngung zu früh → Nährstoffüberschuss + Algen. Wasserwechsel zu selten → KH-Sprünge, pH-Schwankungen. Soil aufrühren → Trübung, Verlust der Schichtung. Geduld zahlt sich in den ersten 8 Wochen wirklich aus.