Kieselalgen erkennen

Bräunliche, staubige bis schmierige Beläge auf Scheiben, Pflanzen, Bodengrund und Hardscape. Lassen sich leicht abwischen, fallen wie Staub auf den Boden. Erscheinen meist 2–4 Wochen nach Beckenstart, manchmal auch in alten Becken nach Filterumbau oder großen Eingriffen.

Warum Kieselalgen in neuen Becken auftauchen

Kieselalgen brauchen Silikate, die im Leitungswasser und manchmal in Bodensubstraten vorkommen. In der Einlaufphase ist das Pflanzenwachstum noch schwach, die biologische Filterung noch nicht etabliert. Kieselalgen füllen die Nische. Nach 6–8 Wochen sind sie meist von selbst weg, sobald Pflanzen und Bakterien stabil arbeiten.

Wenn sie nicht weggehen

Hartnäckige Kieselalgen in etablierten Becken weisen auf hohe Silikatwerte hin. Manche Brunnenwässer enthalten viel Silikat. Hier helfen Silikatentferner (Spezial-Filtermedien) oder Osmoseanlagen. Auch zu wenig Licht kann Kieselalgen begünstigen – sie kommen mit wenig Licht klar, während Pflanzen schwächeln.

Otocinclus – die natürlichen Reiniger

Otocinclus-Welse fressen Kieselalgen mit Begeisterung. 5–8 Tiere pro 100 Liter Becken können Kieselalgenbeläge komplett kontrollieren. Wichtig: Otocinclus erst einsetzen, wenn das Becken stabil läuft (mind. 4 Wochen), sonst verhungern sie nach dem Algenrückgang.

Mechanisch entfernen

Scheiben mit Magnetreiniger oder Schwamm putzen. Boden mit Mulmsauger oberflächlich absaugen. Pflanzenblätter mit den Fingern abreiben – Kieselalgen lösen sich leicht. Wasserwechsel danach hilft, die abgelösten Algenpartikel zu entfernen.

Was du NICHT tun solltest

Keine Antialgenmittel einsetzen – sie wirken kaum gegen Kieselalgen und schädigen die noch junge biologische Filterung. Kein Blackout in der Einlaufphase – das stresst Pflanzen mehr als es Kieselalgen schadet. Geduldig sein: in 95% der Fälle gehen Kieselalgen von selbst.