Die Grundsatzentscheidung: Neocaridina oder Caridina?

Für den Einstieg gibt es nur eine Antwort: Neocaridina davidi. Das ist die "Red Cherry"-Familie mit allen Farbvarianten (rot, gelb, blau, schwarz, orange). Sie verzeihen Pflegefehler, kommen mit hartem deutschen Leitungswasser zurecht und vermehren sich zuverlässig.

Caridina-Bee-Shrimp (Bienen, Tiger, Taiwaner) brauchen weiches, saures Wasser mit aktivem Soil und sind für den zweiten Schritt. Mehr dazu im separaten Caridina-Artikel.

Niemals beide Gruppen mischen — sie kreuzen sich nicht, aber die Wasserwerte sind inkompatibel.

Bodengrund — Soil ja oder nein?

Für Neocaridina: nicht zwingend nötig, aber sinnvoll. Aktive Soils wie ADA Amazonia oder Dennerle Scaper's Soil senken den pH und puffern KH ab, was den Tieren guttut.

Alternativ funktioniert auch dunkler Quarzsand oder feiner Kies, dann mit gelegentlicher Erlenzapfen- oder Seemandelbaumblatt-Beigabe für leicht saures Milieu.

Für Caridina ist aktiver Soil Pflicht — ohne läuft das Becken nicht stabil.

Wasserwerte für Neocaridina

GH 6-15, KH 3-12, pH 6,5-8,0, TDS 200-400, Temperatur 18-26°C. Damit kommt fast jedes deutsche Leitungswasser klar, oft ohne Aufbereitung.

Nitrat unter 20mg/l, Ammonium und Nitrit absolut bei 0. Kupfer ist tödlich — vor dem Einsetzen Wasserwerte vom Versorger prüfen oder mit Aktivkohle filtern. Vorsicht bei alten Kupferrohren im Haus.

Temperaturschwankungen tolerieren Neocaridina gut, plötzliche Wasserwert-Veränderungen nicht. Wasserwechsel langsam und in kleinen Mengen (20-30% pro Woche).

Genetik — beim Kauf entscheiden

Die Farbintensität bei Neocaridina ist Zuchtsache. Billige "Red Cherry" aus dem Großhandel sind oft blassrot und werfen Junge, die noch blasser sind. Bessere Qualität: "Sakura", "Fire Red", "Painted Fire Red", "Bloody Mary" — in dieser Reihenfolge wird die Färbung intensiver und stabiler.

Für stabile Farben in der F1-Generation immer von einem Privatzüchter oder einer spezialisierten Garnelenzucht (Garnelio, Crustacrew, Aquasabi-Hauszucht) kaufen, nicht vom Großhandelsdiscounter.

Besatzmenge: ab 10 Tieren starten, lieber mehr. Eine kleine Gruppe vermehrt sich schwerer als eine Kolonie.

Einlaufphase und erste Wochen

Becken mit Soil mindestens 4 Wochen einlaufen lassen, vorher nicht besetzen. In dieser Zeit setzt der Soil Ammoniak frei, das tödlich für Garnelen ist.

Vor dem Einsatz: NO2 und NH4 messen, beide müssen auf 0 sein. Erst dann die ersten Garnelen einsetzen, am besten langsam per Tropfmethode angleichen (2-3 Stunden, Tropfen pro Sekunde).

In den ersten 4-6 Wochen ist Geduld gefragt. Wer regelmäßig häutende Tiere und keine Verluste sieht, hat alles richtig gemacht.