Was bei scharfem Kies passiert
Corydoras, Botias und andere Bodenfische graben mit ihren Barteln im Substrat nach Futter. Die Barteln sind empfindliche Tastorgane, ähnlich Schnurrhaaren bei Katzen. Scharfkantiger Kies verletzt die Bartelhaut bei jedem Wühlen. Es entstehen Mikroschnitte, in die Bakterien eindringen. Folge: Bartelfäule, chronische Entzündung, Schwund der Barteln. Die Tiere können später nicht mehr ausreichend Nahrung finden.
Welche Sand-Typen funktionieren
ADA La Plata Sand: feiner Quarzsand, hell, ideal für Iwagumi. Dennerle Naturkies feinster Körnung (0,1–0,4 mm): runde Körnung. Schwarzer Quarzsand 0,3–0,8 mm: dunkel, neutral. Spielsand aus dem Baumarkt (Korngröße < 1 mm, runde Körnung, gewaschen): günstig, funktioniert. Wichtig: Korngröße unter 1 mm, runde Kanten, nicht zu hell (Stress für Fische).
Sand-Problem 1: Faulstellen
Sand verdichtet sich mit der Zeit und kann Faulstellen bilden, in denen anaerobe Bakterien wachsen. Das produziert Schwefelwasserstoff, der akut giftig ist. Lösung: Schichtdicke 3–5 cm (nicht zu tief), regelmäßiges Aufpflügen durch Turmdeckelschnecken oder vorsichtiges Lockerung mit dem Finger beim Wasserwechsel. Bei Soil-Schicht darunter: dünner Sand obenauf reicht.
Sand und Pflanzen
Sand allein ist nährstoffarm. Wer Pflanzen will, kombiniert: Soil unten (5 cm) + Sand oben (2–3 cm). Pflanzen wurzeln in den Soil, der Sand sieht oben sauber aus und ist für Welse weich. Alternative: Bodengrund-Dünger-Tabs unter den Sand setzen. Oder: nur an einzelnen Stellen mit Hardscape-Inseln dichten Bodenpflanzenwuchs planen, Rest reiner Sand.
Ausnahmen – wann Kies geht
Ancistrus, Plecos: leben nicht am Boden, sondern an Hardscape und Glas. Kies funktioniert. Kampffisch (Betta): bewegt sich kaum am Boden. Beides okay. Boraras, Salmler: Mittelwasserfische, irrelevant für Bodengrund-Wahl. Garnelen: kein Problem mit Kies, solange er nicht messerscharf ist. Corydoras pygmaeus: auch wenn sie viel im Mittelwasser schwimmen – sie wühlen trotzdem, also auch hier Sand.