Cyanobakterien erkennen
Blaugrüne bis dunkelgrüne, manchmal rötliche schmierige Beläge, die sich leicht abwischen lassen. Charakteristischer modrig-erdiger Geruch. Sie wachsen oft im Bodenbereich, an Pflanzenstielen oder in toten Strömungsecken. Innerhalb von Tagen können sie ganze Becken überziehen.
Warum Cyanobakterien gefährlich sind
Sie geben Toxine ins Wasser ab (Mikrocystine), die für Fische und Garnelen schädlich sind. Außerdem verbrauchen sie nachts viel Sauerstoff, was zu Erstickung führen kann. Pflanzen ersticken unter dem Belag. Schnelles Handeln ist Pflicht.
Hauptursache: niedriges Nitrat
Cyanobakterien sind stickstofffixierend – sie ziehen Stickstoff aus der Luft, wenn das Wasser keinen mehr hat. Genau hier liegt der Trick: NO3-Mangel ist die Hauptursache. Becken mit NO3 unter 5 mg/L sind anfällig. Maßnahme: NO3 auf 15–20 mg/L anheben mit KNO3.
Zweitursache: schwache Strömung und Mulm
Stagnierende Bereiche und Mulm-Inseln im Boden begünstigen Cyanos. Mulm absaugen (gezielt um die Befallsstellen), Strömungspumpen oder zusätzlichen Filter installieren. Den Bodengrund vorsichtig mit Pinzette an schweren Befallsstellen aufrühren.
Blackout-Methode
Becken 3 volle Tage komplett verdunkeln (Beleuchtung aus, Becken mit dunklem Tuch abdecken). Cyanos sterben ohne Licht ab, Pflanzen überleben 3 Tage problemlos. Vorher 50% Wasserwechsel, NO3 dosieren. Nach dem Blackout abgestorbene Cyanos absaugen, weiteren Wasserwechsel machen.
Erythromycin als Notfall-Antibiotikum
Erythromycin (z. B. UltraLife Blue-Green Slime Stain Remover) wirkt gegen Cyanobakterien sehr zuverlässig. Über 5 Tage dosiert, schädigt es Cyanos und schont die meisten Pflanzen und Tiere. Achtung: kann die biologische Filterung beeinträchtigen, regelmäßig Wasserwerte messen. Nur als Notfallmaßnahme, nicht prophylaktisch.
Langfristige Prävention
NO3 stabil über 10 mg/L halten, regelmäßig dosieren, Strömungsfluss optimieren, keine toten Ecken, ausreichende Bepflanzung. Wer regelmäßig misst und düngt, bekommt nie wieder Blaualgen.