Was du behalten kannst
Das Becken selbst (sofern offen oder mit demontierbarer Abdeckung), Hardscape wie Mopani, Drachenstein oder Lavagestein sowie der wasserseitige Bodengrund (Soil/Sand) bleiben fast immer im Setup. Sumpf- und emersfähige Pflanzen aus deinem Aquascape, etwa Anubias, Bucephalandra, Cryptocoryne wendtii oder Hydrocotyle tripartita, ziehen problemlos in die Übergangs- und Landzone um. Auch eine Außenfilterung kannst du weiterbenutzen, du fährst sie nur mit reduziertem Wasservolumen.
Was raus muss oder neu kommt
Echte Aquascape-Beleuchtung mit hoher PAR über der gesamten Beckenlänge ist für ein Paludarium meist zu kühl im Spektrum und zu intensiv für die Landzone. Du brauchst eine 2-Zonen-Lösung: warmweiße LED (3500-4000 K) für die Landpflanzen, kühlere für die Wasserzone. Dazu kommen Beregnung oder Vernebler (ab 80-150 €), eine Rückwand aus Kork, Xaxim oder Epiweb (40-120 €) sowie eine teildurchsichtige Abdeckung mit Luftaustausch. CO2-Anlage wird in der reduzierten Wasserzone meist unnötig.
Kosten und Aufwand
Realistisch musst du für den Umbau eines 60er-Beckens mit 300-600 € Materialkosten rechnen (Rückwand, Beregnung, Beleuchtung, Substrate für Landzone, Drainage-Layer). Der Arbeitsaufwand liegt bei einem Wochenende inklusive Trocknungszeiten für Silikon und Aufbaumaterialien. Plane drei bis sechs Wochen ein, bis sich das neue System klimatisch stabilisiert hat und du bewohnerfertig bist.
Wann sich der Umbau lohnt
Wenn dein Aquascape ohnehin in eine Auflösungsphase geht (Algen, Pflanzenstillstand, müde Optik), ist der Umbau günstiger als ein komplett neues Paludarium. Stehst du dagegen vor einem frischen, gut laufenden Scape, ist ein Zweitbecken meist die ehrlichere Wahl. Ein Paludarium ist kein Aquascape mit Deckel, es ist ein eigenständiges System mit eigener Logik.